Das Märchen vom Glück!

In diesen Tagen werden uns viele Märchen erzählt. Von bitterbösen Politikern und stinkfaulen Menschen, von saudummen Schülern und überglücklichen Finnen, von bettelarmen Rentnern und superreichen Wohnungsbesitzern.

Wie haben es die angeblich dauerhaft sehr glücklichen Nordeuropäer in diese Aufzählung geschafft? Schon erstaunlich, wie ich meine, denn dieses Märchen vom 'Finnen im Glück' kann nicht wahr sein! Dafür gibt es Gründe, die offen auf der Hand liegen!

Finnland ist zu drei Vierteln mit Wald bedeckt. Dazwischen über 100.000 Seen mit noch viel mehr Stechmücken. Im Norden geht im Sommer die Sonne nicht unter und die über 1.300 km lange Grenze nach Osten ist dicht!

Von der Fläche in Quadratkilometern ist Finnland mit Deutschland vergleichbar, nicht aber mit der Einwohnerzahl. Die drei größten Städte Deutschlands würden rechnerisch alle Finnen aufnehmen können. Über die Jahre fiel den nordeuropäischen Sauna-Fetischisten ein, daß sie gerne den militärischen Schutz durch die Nato in Anspruch nähmen, damit die Angst vor dem russischen Nachbarn etwas eingedämmt wird.

Angenommen, wir Deutschen würden unter solchen Bedingungen leben müssen, wären wir schon längst schreiend über alle Berge davon gelaufen. Die Finnen hingegen suchen Schutz in ihren winzigen Saunen, weil sie der freie Blick auf die Welt zutiefst verunsichert. Solche armen, psychisch stark belasteten Menschen den Anschein der Glückseligkeit zu geben, erinnert mich stark an das Höhlengleichnis von Platon.

Es wird Zeit, dem Märchen vom glücklichen Finnen seinen Zauber zu nehmen und darauf hinzuweisen, daß jede Traumwelt immer nur als schöner Schein über das Reale hinwegtäuscht. Die Menschen in Finnland tranken z.B. in den 70er und 80er Jahren unvorstellbare Mengen an hochprozentigem Alkohol. Erst die Männer, dann auch Frauen und Jugendliche. Sicher nicht, weil sie sich glücklich fühlten. Der finnische Staat versuchte verzweifelt, die Alkoholsucht einzudämmen, mit den noch heute wirksamen drastischen Einschränkungen!

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