Der Staub der Erinnerungen!

Es kamen die heiter verstreichenden Tage, die heute keine lästigen Erinnerungen auslösen. Ihr scheinbarer Sinn erschöpfte sich auf nächtliche, bedeutungslose Träume, die meist von einstiger Arbeitspflicht geprägt einem schnellen Vergessen anheim fielen. Sie verschwanden ohne eigenes Zutun, mühelos und nachhaltig.

Welche Energie, welche Kraft treibt ein 'spätes' Leben voran, das ständig mit dem Erinnern beschäftigt ist? Gibt es tatsächlich das Ideal des alten Menschen, der selbstzufrieden lächelnd auf der heimischen Gartenbank sitzt, eingedenk herrlicher Zeiten? Oder sind die in Erinnerungen schwelgenden Alten doch in ihrer Mehrzahl damit beschäftigt, verpassten Gelegenheiten hinterher zu sinnieren und meist verärgert zu bedauern? Wünschen sie sich diese Unzufriedenen aus mannigfaltigen Gründen eine 'Reset'-Taste für den Neuanfang?

Wer Kinder beim Aufwachsen unterstützte und sie mit guten Gefühlen in die Welt entließ, kann nicht wollen, ein anderes Leben geführt zu haben. Das wäre verantwortungslos, denn es entspräche dem Fällen eines Todesurteils über geliebte Menschen! Selbst in der Tierwelt ist die mütterliche Sorge um den anfangs hilflosen Nachwuchs gang und gäbe, auch wenn männliche 'Paschas' manchmal dazu neigen, Mütter begleitende Jungtiere zu töten, um den erneuten Kinderwunsch des 'Weibchens' zu fördern.

Wir sind beim Erinnern, bei der Frage, was würde ich tun, wenn ich mein Leben zurückdrehen könnte? Ist beim Denken alles erlaubt? Darf ein 'alter, weißer Mann' sich wünschen, mit einer weiblichen Schönheit seiner Wahl ein Kind gehabt zu haben, oder zumindest lustvollen Geschlechtsverkehr? Wie sehr beeinflusst alte Menschen, ob sie Nachwuchs in die Welt setzten?

Der Vermutungen, was letztlich wichtig und lebenswert war, gibt es im Angesicht des Todes viele. Manche fragen sich, was bleibt, nachdem das eigene Leben erloschen ist? Sollte etwas bleiben? Ein toter Mensch ist an gar nichts mehr interessiert! Die Erinnerung Anderer bleibt eine gewisse Zeit, bis auch diese abgelaufen ist. Eine Hoffnung diesbezüglich ist Gott, der ewige Erinnerer. Durch seine Langlebigkeit 'stirbt' ein Mensch nicht endgültig, denn Gott erinnert sich in Ewigkeit an ihn!

Ist das so? Ist das ein Trost am Lebensende? Ein 'Weiterleben' verspricht uns Gott nicht, er redet von der Ewigkeit der Seelen im 'Jenseits'. Ein solches Dasein ist uns Menschen gänzlich unbekannt. Noch keiner berichtete davon. Tatsächlich verfaulen unsere Körper oder werden verbrannt!

So ergeht es auch unseren Nachkommen. Wir brauchen am Ende unseres Lebens nicht darauf zu hoffen, Kinder seien der Sinn unseres Lebens gewesen. Sie sind ebenso vergänglich wie wir selbst. Am Ende unseres irdischen Daseins ist es also wichtig, keine Angst vor der eigenen Bedeutungslosigkeit zu haben. Wir sind und bleiben Materie, um es romantischer zu sagen - 'Sternenstaub'!

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