Zoff um die Rente!

Wenn ich mir für einen kurzen Moment vorstelle, Fritze Merz sei Julius Cäsar, der den Senat betritt und von seinen eigenen Leuten erdolcht wird, weil er den Rubikon überschritten hatte, erlaube ich mir, zwei völlig unterschiedliche Begebenheiten miteinander zu vergleichen. Die jungen CDU-Abgeordneten sind keine Königsmörder, sie sind verantwortungsvolle Politiker, die einen Fehler ihres Chefs verhindern wollen, die sich um ihre künftige Rente sorgen!

In Zeiten, die Weitsicht und verantwortungsvolles Handeln dringend nötig erscheinen lassen, um einen völlig klapprigen, in die Jahre gekommenen Karren aus dem Dreck zu ziehen, versucht sich der Bundeskanzler in der Denkart eines Konrad Adenauers: "Was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern?" Als er sich dann endlich einmal an den Koalitionsvertrag zwischen den Regierungsparteien halten will, kommt der Gegenwind aus dem eigenen Lager, was ein klarer Hinweis darauf ist, Herr Spahn als Fraktionsführer hat die CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten nicht im Griff.

Es gibt kein gemeinsames, konsequentes, Zuversicht verbreitendes Handeln! Die CDU/CSU will sich nicht von der 'kleinen' SPD am Nasenring durch die Manege führen lassen, obwohl die Sozis lediglich auf gemachte Absprachen bestehen und keinen Handlungsbedarf sehen. Die Rente ist ihr 'Heiligtum' und die Rentner sind ihr Wahlvolk, deshalb darf es kein Zögern und Zaudern geben.

Ein Standpunkt, der dem des Kanzlers entspricht. Er will keine neuen Verhandlungen, obwohl bei der Rente viel getan werden müßte. Bei allen Vorschlägen bleibt das Wichtigste klar: Es muß in Zukunft länger gearbeitet werden! Wer wagt es, diese Binsenweisheit dem Volk ohne wenn und aber zu eröffnen? Wer traut sich konkrete Ausnahmeregelungen für berufsbedingte Härtefälle zu?

Da ist leider kein zweiter Gerhard Schröder mit einer revolutionären Agenda in Sicht! Es muß in Zukunft 'Härten' geben, möglichst für alle Teile der Bevölkerung! Gerechtigkeit ist das Zauberwort! Doch Deutsche Politiker scheuen eine umfassende Rentenreform! Sie schauen angstvoll nach Frankreich, wo das Renteneintrittsalter unter stärkstem Protest auf 64 Jahre angehoben wurde.

Die jungen Bundestags-Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag haben keine schlechten Argumente, sie sollten aber mit Blick auf die Gesamtsituation ihrem Kanzler folgen. Das Rentensytem muß erneuert werden, dann ergibt sich die Gelegenheit, berechtigte Ansprüche anzumelden!

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Purpur-Weide!


 

     

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