St. Louis Blues!

Wer aus seinem Heimatland fliehen muß, weil dort Folter und Tod drohen, sich mit gültigen Papieren voller Hoffnung auf die Weltmeere begibt, aber nach langer Reise kein aufnahmebereites Land findet, hat berechtigten Grund, mit seinem Schicksal zu hadern! Die 'St. Louis', ein großes Passagierschiff der Hamburger Reederei HAPAG, machte sich im Mai des Jahres 1939 auf den Weg von Hamburg, Deutschland nach Havanna, Kuba. An Bord 937 deutsche Juden, auf der Flucht vor dem NS-Regime!

Heute machen sich die Emigranten auf den umgekehrten Weg. Sie wollen nach Deutschland, denn dort gibt es keinen bösen Rassisten mehr, der alles ins KZ steckt, was nicht blond und blauäugig ist. Ja, diese Deutschen lernten aus ihrer Vergangenheit, so lieben sie jetzt die Juden und vor allem den Staat Israel, den sie sogar mit Waffen versorgen, obwohl das ein bisschen nach 'Symbol-Politik' aussieht.

Der kubanische Staat wollte plötzlich die Visa der 'Boot-People' nicht mehr anerkennen! Es waren einfach zu viele dieser feixenden Gesichter, die da glaubten, im gemächlichen Kuba eine neue Kultur aufbauen zu können. Nein, da blieb man lieber unter sich und wartete weiterhin auf Fidel Castro, Che Guevara und den Sozialismus.

Die St. Louis dampfte ab Richtung Florida und ihr Kapitän Schröder bat Präsident Franklin D. Roosevelt persönlich um Übernahme seiner menschlichen Fracht. Doch Mr. Präsident blieb hart, denn er wurde von seinen eigenen Leuten erpreßt, die im folgenden Jahr die Wahl gewinnen wollten. Ebenso unerbittlich verhielt sich die kanadische Regierung!  

Nun ging den deutsch-jüdischen Passagieren des Dampfers berechtigter Weise der Arsch auf Grundeis, zumal die St. Louis nach Europa zurück beordert wurde! Ein Versuch, das Kommando des Schiffes zu übernehmen, änderte nichts an der hoffnungslosen Lage.

Im Mittelmeer ist schon mancher Flüchtling ertrunken, obwohl ein Rettungsschiff in Sichtweite kreuzte. Der Mensch ist manchmal gnadenlos. Denn selbst wenn es keine Toten gab, dürfen die Geretteten nicht immer an Land gebracht werden. Die Kapitänin Carola Rackete wurde wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung angeklagt. Online wurde sie bedroht und mußte 'untertauchen'! 

Die Angelegenheit mit der St. Louis endete vorläufig im Hafen von Antwerpen, Belgien. Dort wurden die Flüchtlinge auf vier Länder verteilt, Belgien, Niederlande, Großbritannien, Frankreich. In Großbritannien waren sie sicher. Die drei anderen Länder überfiel Nazi-Deutschland im Laufe des 2. Weltkriegs, sodaß 254 Passagiere der St. Louis den Tod im 'Holocaust' fanden.

Die USA und Kanada entschuldigten sich in den Jahren 2012 und 2018 für ihre damalige Unnachgiebigkeit. Ob sich die Europäer jemals entschuldigen, ihre Außengrenze für Ertrinkende nicht geöffnet zu haben?

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Weichkäfer, Ameisensackkäfer, Marienkäfer, Schilfkäfer! 





 

     

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