Leicht verständlich kann ich das nicht erklären, denn das sogenannte 'Losverfahren' beim Ermitteln kriegstüchtiger Soldaten will vielerlei Gesichtspunkte berücksichtigt wissen. Wir können uns trösten, denn sowohl Journalisten als auch Politiker müssen sich ebenfalls redlich Mühe geben, um bei Erklärungsversuchen keinen Unsinn zu erzählen!
Beginnen wir mit dem Wichtigsten:
1.) Es werden keine Soldaten rekrutiert, die für einen Kriegseinsatz vorgesehen sind! Sollte Deutschland Krieg führen, dann nur einen Verteidigungs-Krieg, der ausschließlich von Berufs-Soldaten geführt wird!
2.) Im 'Ernstfall' gelten andere Regeln! Dann kann jeder wehrtaugliche Mann bzw. Frau zur Bundeswehr einberufen werden! Bisher tun wir ja nur so, als ob.😉
3.) Deutschland versucht, ein großes Potenzial an 'Reservisten' aufzubauen. Das heißt, Grundausbildung machen und dann zurück in die Warteschlange, für den Notfall (kriegstüchtig)!
4.) Da wir nicht erst mit der 'Mobilmachung' beginnen können, wenn der Feind bereits vor der Tür steht, müssen wir das vorher angehen. Man hat ausgerechnet, wieviele Soldaten dazu nötig sind. Verteidigungsminister Pistorius schätzt 60 000 Mann. Diese will er zunächst als Freiwillige ermitteln, indem er Anfragen verschickt. Doch diese 'Freiwilligen' werden vermutlich nicht ausreichen. Also muß der fehlende Rest unter Männern ermittelt werden, die bereits erfolgreich 'gemustert' wurden, möglicher Weise durch ein Losverfahren.
5.) Sollten auch Frauen zum Wehrdienst einberufen werden, müßte das Grundgesetz mit Zweidrittel-Mehrheit geändert werden. Dann wäre die Zustimmung zu einem entsprechenden Gesetz auch von den 'Linken' und den 'Grünen' abhängig. Das will die Regierung vermeiden. Also Bundeswehr weiterhin mit männlichen Wehrpflichtigen. Weibliche Berufs-Soldatinnen gibt es natürlich nach wie vor!
Jetzt wissen wir einigermaßen bescheid! Was bei der ganzen Diskussion ein bisschen fehlt, ist die Mitwirkungsmöglichkeit der jungen Generation. Mich würde es als Betroffener ärgern, wenn die vielen Rentner im Land über meine persönliche Zukunft entscheiden könnten. Was über eine freiwillige Verpflichtung zum Grundwehrdienst hinausgeht, darf eigentlich nicht sein, es sei denn, es gibt eine verbindliche Regelung die den 'sozialen Dienst' für alle einfordert!
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