Eine amüsante Katastrophe!


Die Deutschen mögen ihn nicht. Bundeskanzler Merz ist kein Publikumsliebling. Also bekommt er erst einmal eine schallende Ohrfeige. Das freut den bisherigen Kanzler Olaf Scholz, dem Millionen zusehen, wie er schelmisch grinsend und kopfschüttelnd durch das Fernsehbild läuft. Achtzehn Stimmen aus der Regierungskoalition fehlen Friedrich Merz - sechs davon hätten dem Kanzlerkandidaten zur erfolgreichen Wahl genügt.

Der Sauerländer Merz hat einen stabilen Magen und schluckt das hochkommende Frühstück wieder hinunter, während er aus dem Parlament stürmt. "Carsten" ruft er, "was ist da los". Generalsekretär Linnemann eilt herbei und weiß: "Die SPD, Friedrich, die Sozis haben Dir einen Denkzettel verpasst."

Der Möchtegern-Bundeskanzler reißt sein Handy aus der Tasche seines frisch gereinigten Anzugs und ruft Lars Klingbeil, seinen neuen Duzfreund an: "Hör mal zu, Du alter Fallensteller, Deine Leute verweigern mir die Gefolgschaft!" "Ruhig Blut, Fritze, außer Frau Esken haben Dich alle Genossen und Genossinnen gewählt, sogar der durchgeknallte Lauterbach!"

Auch Lars Klingbeil ärgert das Wahlergebnis. Vizekanzler und Finanzminister könnte er sein, wenn alles nach Plan gelaufen wäre. Jetzt muß ein zweiter Wahlgang her! Es darf keine Pannen mehr geben! "Phoenix" überträgt das ganze Theater live in die deutschen Wohnzimmer. Fachleute spekulieren darüber, was das Ganze zu bedeuten hat. Das gab es noch nie! Keine Zustimmung für den Kanzler-Kandidaten im ersten Wahlgang trotz ausreichender Mehrheit der Abgeordneten. Wer oder was steckt dahinter? Haben die Russen Stimmen gekauft? Oder die AfD? Oder die DDR? ;-)

Die Anwesenden im Parlament sind größtenteils ratlos. Wie geht es weiter? Im Fernsehen weiß es keiner. Langsam sickert die Meldung durch, daß am Nachmittag noch einmal abgestimmt wird. Die Linken-Chefin Ines Schwertner findet das Chaos "amüsant" und bezeichnet es dennoch als "Katastrophe". Letztendlich besorgt ihre Partei die nötige Zweidrittelmehrheit und macht damit einen zweiten Wahlgang am Nachmittag möglich.

Friedrich Merz war sich absolut sicher, schon nach dem ersten Wahlgang der neue Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland zu sein, denn schon am Folgetag plante er Reisen nach Frankreich und Polen. Er will vom ersten Tag an Vollgas geben und auch Lars Klingbeil forderte von seiner Ministerriege, sofort leistungsbereit zu sein. Hubertus Heil, Karl Lauterbach, Saskia Esken dürfen nicht oder nicht mehr am Kabinettstisch sitzen. Einsame Entscheidungen des starken Mannes in der SPD oder Beschluß des Präsidiums, man weiß es nicht.

Am Ende des Tages war Herr F. M. im zweiten Wahlgang erfolgreich und wurde als neuer Bundeskanzler vereidigt. Er übernimmt ein schwieriges Amt in ungewissen Zeiten. Zu wünschen ist ihm, daß er die Abgeordneten der Regierungskoalition, die ihm im ersten Wahlgang die Zustimmung verweigerten, auf Dauer hinter sich vereinen kann. Glück auf! 😉

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