Die Leiden des Taugenichtses!



Als sich der alte Goethe entschloß, ein Kind des 18. Jahrhunderts, bis weit in das 19. Jahrhundert hineinzuleben, wurde er von Kollegen begleitet, die keine "Stürmer und Dränger" mehr waren, sondern "Romantiker". Einer dieser Begleiter war Joseph von Eichendorff, der neugierigen Schülern wie mir einen Einblick in das Leben eines Taugenichtses gab.

Warum, frage ich mich heute, war dem bayrischen Kultusministerium so sehr daran gelegen, mir das Beispiel eines arbeitsunwilligen jungen Mannes vor Augen zu führen? Ist die "Romantik" wirklich ein wesentlicher Abschnitt der deutschen Kulturgeschichte? Tatsache ist, nachdem Goethe mit den Leiden des jungen Werther einen ersten Bestseller vorlegte, forderte zumindest das lesekundige Publikum mehr Stoff zum Schmökern.

Die sogenannten Romantiker legten sich ins Zeug. Einer der Erfolgreichsten war jener Joseph von Eichendorff, dessen Gedichte und Lieder wir heute noch kennen. Andere wanderten ins Mittelalter ab. In ihren Geschichten spukten mystische Gestalten herum, die Gefahr lauerte an allen Ecken und Enden, worüber sich gelangweilte Fräuleins aus gutem Hause mit Freude gruselten.

Goethe mochte die Romantiker nicht, obwohl sie kluge Köpfe in ihren Reihen hatten. Bekannt ist, neben Eichendorff, vor allem der jung verstorbene "Novalis" mit seiner "Blauen Blume", dem bekanntesten Symbol der "Romantik". Am Anfang des 20. Jahrhunderts gründete Franz Marc mit Wassily Kandinsky den "Blauen Reiter". Aber es fällt mir schwer, zwischen Beidem einen Bezug herzustellen.

Ein Kenner der deutschen Romantik schreibt, Eichendorff hätte immer zuerst seine Berufs-Arbeit getan, bevor er sich dem Schreiben widmete. Woher hatte er also das Wissen um das Leben eines Taugenichtses? Naja, was wußte Goethe von den Leiden des jungen Werthers? Ich schreibe ja auch, ohne wirklich zu wissen was Sache ist! Hauptsache das Publikum verschlingt die Zeilen!😉

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