Eine päpstliche Fehlleistung?


Stellt euch mal vor, ihr würdet in gemütlicher Runde zusammen sitzen und die gleiche Meinung vertreten, die der Papst kürzlich in einem Fernseh-Interview zum Besten gab. Auf die Frage, ob ihr noch ganz dicht seid, antwortet ihr: "Der Stärktste ist der, der die Situation erkennt, der an das Volk denkt, der den Mut hat, die weiße Fahne zu hissen und zu verhandeln."

Wieso hat der Papst "den Stärksten" im Blick? Sollte ihn nicht vielmehr das Verhalten "des Klügsten" interessieren? Da Franziskus den Ukrainern im Krieg gegen Russland das Hissen der weißen Fahne vorschlägt, meint er also mit "dem Stärksten" nicht den tapferen Soldaten, sondern den unterwürfigen "Dulder", der in christlicher Demut die Kraft hat, kommendes Leid mit Würde zu ertragen.

Für Papst Franziskus ist der Krieg entschieden. Im Nachhinein wollen seine "Hintermänner" klar stellen, mit "hissen der weißen Fahne" seien Friedensverhandlungen gemeint, nicht die Streckung der Waffen. Oh wei, oh wei, eine beschämende Lachnummer, über die sich allein der Kriegsverbrecher Putin freut.

Der Spitzenvertreter der katholischen Kirche spricht in diesem Interview nicht von "Recht" und "Unrecht". Er appelliert nicht an die russische Führung, die Bombardierung der Ukraine einzustellen. Blicken wir ein halbes Jahr zurück, verstehen wir diese Unterlassung besser. Vor russischen Jugendlichen sagt der Papst im August 2023: "Vergeßt nie euer Erbe. Ihr seid die Erben des großen Rußlands. Das große Rußland der Heiligen, der Könige, des großen Rußland von Peter dem Großen, von Katharina der Großen, dieses großen, imperialen Rußlands..."

Und genau da will Putin hin! Zurück zum großen, imperialen Rußland. Das größte Land der Welt bekommt den Hals nicht voll. Franziskus findet das in Ordnung. Er braucht die russisch-orthodoxe-Kirche, deren Vorsteher Kyrill I. als ehemaliger KGB-Agent fest an der Seite Putins steht? 

Auf das Interview des Papstes hagelte es Proteste, von vielen Seiten. Damit hat der Papst wohl nicht gerechnet. Fest steht, wer auch immer welche Position zu diesem verdammten Krieg einnimmt, keiner hat alle guten Argumente auf seiner Seite. Gewaltlosigkeit war für mich immer wichtig, aber was soll ich tun, wenn ein Verbrecher unschuldige Menschen angreift? Ist meine Nächstenliebe stark genug, um den aufkommenden Haß gegen Putin zu unterdrücken? Was kann ich einer Ukrainerin noch sagen, die vergewaltigt wurde, deren Familie im Krieg ums Leben kam? Soll sie stark sein, wie es der Papst fordert, und die Grausamkeiten der russischen Soldaten ein zweites Mal ertragen?

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Gewalt in der Natur ist gang und gäbe. Ich zeige euch einige Beispiele, beginnend mit der "Veränderlichen Krabbenspinne", die einen kleinen Falter erbeutet. Kreuzspinnen nehmen es auch mit großen Insekten auf. Ob große Stubenfliege, Kaisermantel oder Skorpionfliege, die "Opfer" werden erst einmal eingewickelt und am Rand des Spinnennetzes aufgehängt. Im Gegensatz dazu fressen die Libellen ihren Fang sofort, wie die "Westliche Keiljungfer" eine Schnake. Der Binsenjungfer fällt ein Flügel der Beute zu Boden.







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