Wenn ich der Nikolaus wär´,
würde ich, bitte sehr,
mir etwas wünschen dürfen.
Einen Cola-Laster, rot und weiß,
eine Eisenbahn, fahrend im Kreis
beim Himmelsritt ´nen Glühwein schlürfen.
Da ich aber kein Nikolaus bin,
kommt mir solches nicht in den Sinn,
ich will, und das schon seit Kindertagen,
ein Cowboy sein, der ohne zu klagen,
mit blutenden Wunden ein Kakteenfeld durchreitet.
Dann würde die leider verstorbene Tina Turner,
ihren Song ändern und ich könnte ihr Held werden.
Davon träumte ich heute nacht, und ferner,
wünsch ich mir ganz viel Frieden auf Erden.
Meine Stiefel sind heute Morgen leer geblieben. Ich bin maßlos enttäuscht und wenn ich an die kräftigen braunen Schenkel der Tina Turner denke, rührt sich in meiner Phantasie gar nichts mehr. Ich bin doch nur einer von vielen kleinen Jungs, die schlaflos im Bett liegend auf den Nikolaus warten. Niemand soll denken, daß ich, der schamlose Lausebengel, Gefallen an einer dunkelhäutigen Rock-Röhre finde, mich ihr gar träumend näherte und es wagte, Tinas Schweißtropfen aufzufangen.
Ach wie leicht ist es, ein Kinderherz zu verführen. Mit Spielzeug und Süßigkeiten, mit Geschichtenerzählen und liebevoller Aufmerksamkeit, mit einem elektrisierenden Bühnenauftritt und viel nackter Haut. Kaum sind die Puppen und der Cowboyhut zur Seite gelegt, beginnt die merkwürdige Gier nach dem anderen Geschlecht, das etwas hat, was einem selbst ganz fremd ist.
Und dann kommt dieser Nikolaus. Er war nie ein Kind, sondern von Anfang an ein katholischer Heiliger, der dem Zölibat unterliegt. Weil er als solcher zu langweilig ist, stellte ihm die Überlieferung den Knecht Ruprecht an die Seite, den Beelzebub, den Teufel. Der schlägt mit seiner Rute auf böse Jungs ein, wenn diese übers Jahr z.B. von den muskulösen Schenkeln einer schönen Frau träumten, oder ihren Eltern gegenüber nicht folgsam waren.
An den Nikolaus glaube ich schon lange nicht mehr. Auch die Tage, zu denen ich für ein Rendezvous mit Tina Turner alles gegeben hätte, sind längst vorbei. Meine Sehnsucht hingegen blieb. Der dunkelhäutigen Sängerin folgte die Blondine Stevie Nicks. Bei "Go your own way" von Fleetwood Mac - eines der besten Lieder aller Zeiten - höre ich noch heute regelmäßíg ihre prägnante Stimme. Zu meinem Glück erreichte ich inzwischen ein Alter, in dem 'Traumfrauen' zwar willkommen sind, mich aber gut schlafen lassen. 😉
Hallo lieber D.,
AntwortenLöschenso herzzerreissend geschrieben 😂👍
Die Tina Turner war natürlich super, traurig, dass sie nicht mehr da ist.
Wie sie sich einst von Ike emanzipiert hat und so groß geworden ist, meine Hochachtung.
Allerdings, wenn du als Cowboy der Held eines Frauentraumes hättest sein wollen, hättest du dich an die dänische Gitte halten müssen, du weißt doch noch, sie wollte einen "Cowboy als Mann"
Aber "Go your own way" ist natürlich Klasse und die dazugehörige Blondine auch.
Tja, der Nikolaus, ich fürchte, er hat so manche heute vergessen, aber wir sind ja nun "groß" und man ist vernünftig geworden, das Leben lässt einem manchmal keine Wahl.
Auch als ich noch verheiratet war, konnte ich mir die kindliche Ader, die ich noch immer in mir habe, nicht erlauben, mein Mann konnte damit nix anfangen, Lehrer, in der Schulleitung, pragmatisch halt...
Nun ja, zum Glück ist das bei den erwachsenen Kindern nicht so, sie haben erfreulicherweise auch von mir etwas mitbekommen 😅
Wie auch immer, ich wünsche dir trotzdem eine hoffentlich schöne und herzerwärmende Adventszeit 🕯️✨
Wir sind ja nun in dem Alter, wo es doch immer heißt: ..."die Gesundheit ist das Wichtigste", was soll ich sagen, ist es nicht so 😌
Bis dahin, LG, B :D 👋👋
Liebe B.,
AntwortenLöschenich freue mich, wenn Dir meine "Geschichten" beim Lesen ans Herz gehen. ;-)
Das mit der Gesundheit ist natürlich grundsätzlich richtig. Aber ich höre schon die unvermeidbaren Gespräche der Älteren über Krankheiten. Dann bleibe ich lieber jung und kümmere mich nicht um meine Gesundheit, bis es eben nicht mehr anders geht. Allerdings, wer 75jährige "Traumfrauen" bevorzugt, siehe Stevie Nicks, dem ist grundsätzlich nicht mehr zu helfen. ;-)
Gitte wollte einen Cowboy als Mann und ich weiß noch, wie mein Bruder und ich mit einem kleinen Radio im Bett lagen und die damalige "Hitparade" hörten. Gitte, Freddy Quinn, Peggy March, die mit 17 erstaunlicher Weise noch Träume hatte, usw. ;-) Als wir dann Elvis mit "In the ghetto" hörten, wußten wir, daß auch englischsprachige Lieder durchaus hörenswert sind.
Ich weiß ja, daß Du ein großer Elvis-Fan bist. In meiner aktuellen 'playlist' kommt er nur zwei mal vor, u.a. mit seiner Version von Johnny B. Goode. Damit bin ich wieder beim Nikolaus, der hier bei uns evangelischen Franken "Pelzmärtl" heißt und schon am 11.11. vorbei schaut.
Viele liebe Grüße nach Castrop-Rauxel, wenn ich mich recht erinnere. ;-)
...ja die damalige Hitliste, immer wieder höre ich gerne hinein, bin aber auch an aktuellen Songs interessiert.
AntwortenLöschenUnd den obligatorischen "Krankheitsgesprächen" gehe ich auch lieber aus dem Weg, mir geht's zum Glück gut.
Nur bei Mutter wird es schwierig, da muss man doch ein offenes Ohr haben.
...ja, Castrop stimmt, naja, auch hier verändert sich alles stets, nicht zum Besten leider.
Bis demnächst 🔆👋👋