Dort, wo die hohen Berge in himmlische Sphären aufragen, wird es in diesen Tagen bitterkalt. Die müden, fettgefressenen Bären suchen ihre versteckten Höhlen auf, schließen die Augen und träumen sich bei kaum wahrnehmbaren Herzschlag die Kälte schön. Anders die Wölfe. Sie gehen jetzt auf Großwildjagd und schrecken auch vor dem breitschaufeligen Elch nicht zurück. Dieser stakst mit seinen langen Beinen unbeholfen durch den tiefen Schnee. Er ist stark und fühlt sich sicher. Doch das langgezogene Heulen der Wölfe begleitet ihn Tag und Nacht.
Eine große Vogelschar fliegt jetzt in den Süden. Viele von ihnen werden nicht zurückkommen. Zu anstrengend ist die lange Reise. Über dem Mittelmeer schwinden die Kräfte. Große und kleine Vögel fallen vom Himmel wie überreife Früchte vom Baum. Den Menschen in den leckgeschlagenen Booten läuft es kalt den Rücken hinunter. Sind diese armen Vögel ein Wink des Schicksals? Werden sie selbst ebenfalls kraftlos ertrinken?
Die hungrigen Wölfe wissen nichts davon. Sie machen jetzt ernst. Der junge Elch ist gestellt und eingekreist. Er ruft verzweifelt nach seiner Mutter. Die Leitwölfin versteht die Sprache der Elche. Sie weiß, ihr Rudel wird Erfolg haben. Dieser junge Elch stirbt vor Angst, bevor ihn die Wölfe mit ihren Bissen töten. Alle werden zu fressen bekommen. Noch bevor der kurze Tag vorüber ist.
Die Störche sind klüger als andere Vögel. Sie überqueren das Mittelmeer an der engsten Stelle bei Gibraltar. Erleichtert blicken sie auf den Affenfelsen und sehen in der Ferne schon Marokko. Das nahe Ziel ermuntert zweifelnde Gedanken und verleiht den Flügeln die nötige Ausdauer. Jetzt heißt es, den ausgehungerten Körper gleiten zu lassen. Die jungen Störche halten sich mit größter Mühe in der Luft, sich an den Alten ein Beispiel nehmend.
Der alte Braunbär öffnet verschlafen ein Auge und kratzt sich hinter dem Ohr. In seinem Fell beißt und juckt es. Er ist ausreichend genährt, kann noch viele Wochen in seiner Höhle bleiben. Dann wird er sich auf die Suche nach Blaubeeren machen, nach einer jungen Bärin, die keine Jungen mit sich führt. Zuviele Kinder mußte er schon töten, den störenden Nachwuchs anderer Bären.
Die umsichtige Wölfin hielt sich zurück, wartete ab, ob das Rufen des jungen Elches Gehör findet. Ihre Nase sagte ihr zweifelsfrei, da ist kein weiterer Elch in der Nähe, aber es ist des Wolfes Art, die kleinste Ungewißheit auszuschließen. Sie wußte auch, in welcher Höhle der alte Bär schlief und somit keine Gefahr darstellt. Nach dem kurzen Abwarten gab es kein Halten mehr. Der bewegungsunfähige Elch stirbt unter den Beißattacken des Wolfsrudels.
Während die Zugvögel die Wärme des Südens aufsuchen, schneit es dort, wo die 'tektonischen Platten' hohe Berge 'auffalteten'. Dann werden wir Menschen neugierig, setzen uns an den Fernseher und schauen uns spektakuläre Naturfilme an - seit Grzimek´s Zeiten. Wem diese Filme zu brutal sind, der guckt eben 'Nashorn, Zebra & Co.' 😉
...die Natur, so wunderschön -grausam - 👍
AntwortenLöschenHallo B., ich denke, wir dürfen nicht mit einem 'christlichen Weltbild' im Kopf auf die Tiere in der Natur sehen. Sie müssen alle fressen um nicht zu verhungern, der Schöpfer hat es so vorgesehen. Im Speziellen finde ich es sehr spannend, welche außergewöhnlichen Methoden Tiere entwickeln, um sich zu schützen, bzw. um ihre mögliche Beute zu überlisten. Und vieles davon kennen wir Menschen gar nicht, bzw. verstehen es nicht.
AntwortenLöschenBeim Schreiben dachte ich auch an Vögel, die ihre eigenen Organe während des langen Flugs in den Süden 'abbauen', bzw. 'verdauen'. Wahrscheinlich um leichter bzw. satt zu werden. Mein Gehirn kennt nur den umgekehrten Weg. ;-)
Hallo D. ,
AntwortenLöschendu hast schon Recht, doch wenn ich diese Sendungen sehe, muss ich bei den Kampf-bzw. Fress-Szenen immer umschalten.
Ich weiß ja, sie müssen fressen um zu überleben, doch kann ich die Todeskämpfe schlecht ertragen.
Sehe ich allerdings ab und zu diese Zoo-Sendungen, bedauere ich wiederum die Tiere in den Gehegen. 🙄🙄🙄
Letztes Jahr durfte ich Wölfe im Wolfspark Dörverden erleben.
Es war faszinierend ihnen so nahe zu kommen und ich musste ihren leichtfüssigen, fast tänzelnden Gang bewundern. Es sind wunderschöne Tiere.
Ich hatte ein "meat and greet" mit den weißen Wölfen Cosmo und Luna, leider konnte man nicht ins Gehege, doch sie durch den Zaun zu füttern und zu streicheln war einfach großartig.
Ich hoffe, irgendwann doch noch einmal in ein Wofsgehege zu kommen...
In diesem Herbst sind die Kraniche erst spät auf ihrer Vogelfluglinie hier bei uns über das Ruhrgebiet geflogen.
Ich habe sie täglich erwartet und dann im Internet bei dem Vogelschutzbund NABU gelesen, dass es zu dieser Zeit zu stürmisch war, so dass sie nicht fliegen konnten.
Als es ruhiger wurde kamen sie dann doch noch 😃
Man sieht also, sie wissen ganz genau, was sie tun - ist es nur Instinkt...
LG :D